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Feuer und Rauch
   
 
Damit eine Orientierung in Räumen, in denen es brennt, überhaupt möglich ist, muss man sehen können. Ob als Flüchtender, oder auch als Retter und Brandbekämpfer.
Nach abgesichertem Wissen verrauchen Räume ohne Rauchableitung auch bei scheinbar kleinen Brandlasten in der für Laien unvorstellbar kurzen Zeitspanne von nur wenigen Minuten. Ohne Entrauchung ist danach nichts mehr zu sehen. Fluchtwege und Fluchttüren, Hindernisse oder nicht mehr fluchtfähige Menschen verschwinden in einer gräulich schwarzen Wolke. Panik und damit unsteuerbare Reaktionen setzen ein. Die Feuerwehr findet Verletzte oder flucht- oder gehbehinderte Personen ebenso schwer wie den in dieser Phase häufig noch kleinen Brandherd, der damit oft genug nicht mehr direkt bekämpft und abgelöscht werden kann.
In diesen Rauchgasen sind aber auch in erheblichem Umfang verschiedene Atemgifte (überwiegend Kohlenmonoxid - CO) enthalten.

Ein alter Feuerwehrspruch:
"5 Atemzüge reichen zum Sterben"
beschreibt die Situation sehr treffend.

   
 

Um für die Menschen, die sich in den Gebäuden aufhalten, aber auch für Retter und den Feuerwehrmann, der im Brandfall diese retten und ihnen helfen, Sachwerte schützen und Umweltschäden reduzieren soll, etwas Sinnvolles zu tun, ist es wichtig, dass

  • Brände möglichst frühzeitig entdeckt und gemeldet werden,
  • die Selbstrettung schnell erfolgen kann,
  • die Ausbreitung der Rauchgase möglichst begrenzt bleibt,
  • die Rauchgase möglichst schnell und auf dem direktesten Weg aus dem Gebäude abgeleitet werden,
  • die Fremdrettung und der Löschangriff schnell und gezielt gestartet werden kann.
Rauchentwicklung und Folgen

Manche Konzepte setzen u.a. verstärkt auf die sogenannte Selbstrettung und die dazu notwendigen organisatorischen Maßnahmen. Die betroffenen Personen sollen sich selbst retten können. Dies setzt eine frühzeitige Alarmierung, das Wissen und das Nutzenkönnen des kürzesten Fluchtweges und vor allem genügend Zeit voraus.

Denn ist die Rauchschicht erst einmal in den Aufenthaltsbereich des betroffenen Menschen heruntergesunken - und dies kann schon in 2 bis 3 Minuten nach der Brandentstehung der Fall sein - ist es zu spät.
Die giftigen schwarzen Brandgase müssen also zur Selbstrettung, zur Fremdrettung und zum Löschangriff der Feuerwehr wirksam aus dem Gebäude abgeleitet werden können.
Öffnungen in der raucharmen Schicht - also Tore, Türen oder tiefliegende Fenster oder Wandöffnungen - auf denen dann noch außen der Windstaudruck steht, sind dazu absolut nicht geeignet.

In Verbindung mit Öffnungen innerhalb der Rauchschicht (Rauchabzügen) sind solche unteren Öffnungen als Nachströmöffnungen zwar unverzichtbar, als Rauchabzugsöffnungen versagen derartig tiefliegende Flächen meist jedoch völlig, weil sich ja hier in der Phase der Flucht und des Löschangriffs (hoffentlich) noch nicht die Rauchgaskonzentration befindet.

Sinkt die Rauchschicht auf die Höhe von unteren Öffnungen ab, kommt es im Grenzbereich dann sogar sehr schnell zu verheerenden Rauchverwirbelungen und unkontrollierten Rauchverschleppungen. Ein Zustand, der unbedingt vermieden werden muss!
Die Rauchabzugsöffnungen gehören damit in den oberen Wand-, oder wenn möglich noch besser, in den Dachbereich.

Die Öffnungen im unteren Wandbereich stellen damit nur die notwendigen Nachströmöffnungen dar.

Vermutungen, dass Feuerwehrleute, die ja ihre Atemluft über Pressluftflaschen mitbringen können, sich in den schwarzen Rauchgasen mit Wärmebildkameras orientieren könnten, gehören in das Reich der Fabel. In der Nachlöschphase ist der Nutzen solcher Suchsysteme unumstritten. Findet die Feuerwehr doch oft nur so die tückischen Glutnester, um sie dann endgültig ablöschen zu können.

Die Brandherdsuche oder etwa die Suche nach noch nicht ins Freie geflüchteten Menschen in einem verrauchten größeren Raum kann mit solchen Geräten aber nicht durchgeführt werden.


Ein Vergleich ...
   
  Auch der Feuerwehrmann braucht zum Retten und Löschen freie Sicht.
   
 
Eine weitere, für bestimmte Anwendungen sehr sinnvolle technische Ausrüstung der Feuerwehr, der Hochdrucklüfter, wird vom Laien oft falsch eingeschätzt. Ein solcher Hochdrucklüfter wird von der Feuerwehr eingesetzt, um Räume mit enormen Mengen an Frischluft zu spülen.
So können u. a. verrauchte Treppenräume schnell wieder passierbar gemacht werden. Voraussetzung dabei ist aber, dass im oberen Treppenraumbereich z. B. ein Fenster (oder eine Rauchabzugsöffnung) offen steht und die Türen zu den Wohnungen geschlossen sind. Nur so bekommt man den Rauch aus dem Gebäude raus und nicht in die Wohnungen rein.
Sinngemäß gilt dies auch für größere Räume, wo dann die Rauchabzugsöffnungen im oberen Wand- oder Dachbereich als Abströmöffnungen und Rauchschürzen als Begrenzung der Rauchausbreitung im Deckenbereich benötigt werden.

Auch der Einsatz von Hochdrucklüftern ist eher ein Mittel für die Brandnachsorge, weniger für die Brandbekämpfung und erst recht nicht für die Flucht- und Evakuierungsphase.

Damit ist die wirksame Entrauchung für die erfolgreiche Flucht- , Rettungs- und Angriffsphase eine wichtige Vorraussetzung.